Der alte Amtshof an der Weser
Der Alte Weserhof in Forst kann auf eine mehr als 500jährige Geschichte zurückblicken. Auf dem Merian-Stich aus dem Jahre 1654 zeigt bereits das noch heute vorhandene Gebäudeensemble des Weserhofes. Lediglich der Turm und einige Nebengebäude sind im Laufe der Geschichte verschwunden. Der Stich zeigt den Alten Weserhof aus nördlicher Richtung. Links ist Bevern mit dem Schloss und in der Bildmitte Holzminden erkennbar. Weser, Solling und Heinser Wald sind eindeutig beschriftet. Der Aussichtspunkt, von dem der Stich seinerzeit entstanden ist, bietet noch heute diesen faszinierenden Ausblick und ist von Forst in etwa einer Stunde Fußmarsch erreichbar.
Forst war lange Jahre ein Amtssitz. Ursprünglich war der Sitz des Amtes auf der Burg Everstein auf dem nahegelegenem Burgberg. Um 1500 wurde der Sitz des Amtes nach Forst an die Weser verlegt. In dieser Zeit wurde auch das Gebäude errichtet, in dem die Ferienwohnung untergebracht ist. An der Raumhöhe unserer Ferienwohnung ist die ehemals repräsentative Funktion der ehemaligen Amtszimmer noch heute ablesbar. Das Amt Forst wurde im Jahre 1807, als Napoleon das Land regierte und die Verwaltung umstrukturierte, aufgelöst. Die Domänenwirtschaft blieb bestehen und erhielt Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Gutshaus und aus massiven Sandstein errichtete Scheunen. Dieser Komplex wurde etwas abseits der Weser auf der anderen Seite des Forstbaches errichtet und wird bis heute als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt.
Nach unterschiedlichen Nutzungen diente der Alte Amtshof nach Ende des Zweiten Weltkrieges zur Unterbringung von Flüchtlingen. Die Gebäude verfielen allerdings zusehends und waren Anfang der 1970er Jahre schließlich praktisch unbewohnt. Schließlich entdeckten Künstler den Hof und machten Forst zeitweise zeitweise zu einem alternativen Kulturzentrum. Inzwischen befinden sich in dem denkmalgeschützten Ensemble zahlreiche liebevoll renovierte Privatwohnungen.

